Aixam oder Ligier: Wer in Deutschland ein Mopedauto sucht, landet fast immer bei diesen zwei französischen Marken. Beide bauen 45-km/h-Autos, beide verkaufen Diesel und Elektro, beide setzen auf ein eigenes Händlernetz. Die Unterschiede liegen im Preis, in der Technik unter der Haube und im Kleingedruckten der Garantie. Hier der Vergleich mit den Zahlen, die die deutschen Importeure selbst veröffentlichen.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Kriterium | Aixam | Ligier |
|---|---|---|
| Importeur Deutschland | Leichtmobile GmbH & Co. KG, Kenzingen | Ligier Deutschland |
| Modelle (Pkw) | Easy, City, Coupé, Crossover | Myli LAB, Myli MAX, JS50, JS60 |
| Günstigster Einstieg | 10.590 € (Easy Access Elektro 5 kW) | 12.499 € (Myli LAB Diesel) |
| Teuerstes Modell | 19.290 € (Coupé GTI) | JS60, Einstieg ab 16.199 € |
| Dieselmotor | Zweizylinder von Kubota | REVO D+, 499,8 cm³ |
| Händler | über 600 Standorte in Europa | über 120 Händler in Deutschland |
| Herstellergarantie | 24 Monate, Elektro 36 Monate | 2 Jahre |
| Führerschein | Klasse AM ab 15 Jahren | Klasse AM ab 15 Jahren |
Alle Preise sind Herstellerangaben, Stand Oktober 2026. Bei Aixam kommen 890 € Überführung dazu; ob die Ligier-Preise Überführungskosten enthalten, sagt die Ligier-Website nicht, fragen Sie das beim Händler nach.
Mopedauto Marken: wer steckt hinter Aixam und Ligier?
Aixam wird in Deutschland nicht direkt vom Werk verkauft, sondern über den Generalimporteur Leichtmobile in Kenzingen (Baden-Württemberg). Neben der Pkw-Reihe gibt es die Nutzfahrzeuglinie Aixam Pro mit Pritsche und Kastenwagen, interessant für Handwerker und Kommunen.
Ligier tritt unter eigenem Namen als Ligier Deutschland auf. Die Ligier Group beschreibt sich selbst als europäischen Marktführer für Leichtkraftfahrzeuge. Das Angebot ist schmaler als bei Aixam: vier Pkw-Modelle, die meisten wahlweise mit Diesel oder Elektroantrieb. Einen Überblick über weitere Hersteller finden Sie auf unserer Seite zu den Mopedauto Marken.
Was kostet ein Aixam, was kostet ein Ligier in Deutschland?
Die Preisübersicht von Aixam Deutschland, gültig ab 1. Juni 2026, ist die genaueste Quelle, die eine der beiden Marken veröffentlicht. Sie nennt unverbindliche Preisempfehlungen inklusive Mehrwertsteuer:
| Aixam Modell | Diesel | Elektro |
|---|---|---|
| Easy Access | 11.990 € | 10.590 € (5 kW) |
| City Pack | 14.990 € | 14.290 € (5 kW) |
| Crossover Pack | 16.390 € | nicht angeboten |
| Coupé GTI | 19.290 € | 19.290 € (7,5 kW) |
Ligier gibt auf ligier.de nur Einstiegspreise je Modell an: Myli LAB ab 12.499 €, Myli MAX ab 14.999 €, JS50 ab 15.199 € und JS60 ab 16.199 €. Der Myli LAB ist nur als Diesel erhältlich, die drei anderen auch elektrisch.
Was heißt das konkret? Wer möglichst wenig ausgeben will, kommt mit dem Aixam Easy am günstigsten an ein neues Mopedauto. Vergleicht man dagegen den JS50 mit dem Aixam City, liegen beide Marken nah beieinander, und die Ausstattung entscheidet. Ein Punkt verdient Aufmerksamkeit: Aixam bietet ABS mit Bremskraftverteilung als Option für 790 € an. Der ADAC hält fest, dass ABS bei Mopedautos nur bei Aixam gegen Aufpreis zu haben ist.
Diesel oder Elektro: die Motoren im Vergleich
Aixam setzt im Diesel auf einen Zweizylinder von Kubota. Der Importeur gibt 4,3 Liter auf 100 km und einen 16-Liter-Tank an, ohne AdBlue und ohne Partikelfilter. Die Elektroversion schafft laut Aixam bis zu 113 km technische Reichweite im Fahrzyklus und lädt an der Haushaltssteckdose in 2 Stunden 30 Minuten voll.
Ligier hat mit dem REVO D+ einen eigenen Dieselmotor im Programm: 499,8 cm³, 27 Nm, laut Hersteller 3,0 Liter auf 100 km und 550 km Reichweite. Der elektrische JS50 fährt mit einer 11,04-kWh-Batterie bis zu 159 km weit.
Auf dem Papier liegt Ligier bei Verbrauch und Reichweite also vorn. Vorsicht beim direkten Vergleich: Beide Werte stammen aus Herstellerangaben, die Messverfahren sind auf den Websites nicht im Detail erklärt. Eine Probefahrt auf Ihrer typischen Strecke sagt mehr als jede Tabelle.
Führerschein, Versicherung und Zulassung
Für beide Marken gilt dasselbe Recht, denn beide bauen leichte vierrädrige Kraftfahrzeuge der Klasse L6e. Laut ADAC haben diese Fahrzeuge höchstens 6 kW Leistung, wiegen maximal 425 kg und fahren bauartbedingt höchstens 45 km/h.
- Führerschein: Klasse AM reicht. § 10 der Fahrerlaubnis-Verordnung legt das Mindestalter auf 15 Jahre fest; bis zum 16. Geburtstag gilt die Fahrerlaubnis nur im Inland.
- Klasse B: schließt AM ein, Autofahrer brauchen also keine zusätzliche Prüfung.
- Versicherung: Ein Versicherungskennzeichen genügt. TÜV-Untersuchung und Kfz-Steuer entfallen.
Aixam weist darauf hin, dass eine freiwillige Zulassung bei der Zulassungsstelle möglich ist, etwa um Schadenfreiheitsrabatte zu sammeln. Wer einmal zugelassen hat, muss das Fahrzeug aber auch bei einem Halterwechsel wieder zulassen.
Mopedauto Leasing und Finanzierung
Viele Familien kaufen ein Mopedauto für den Nachwuchs nicht bar. Beide Importeure haben darauf reagiert. Die Ligier Group arbeitet dafür mit Santander zusammen und bietet neben der klassischen Finanzierung ein Leasing mit Kaufoption an: Sie zahlen eine Monatsrate über eine feste Laufzeit und können das Fahrzeug danach übernehmen, je nach Angebot.
Aixam nennt seine Variante Drei-Wege-Finanzierung. Ihr Vorteil laut Importeur: Am Ende der Laufzeit können Sie das Fahrzeug an den Händler zurückgeben, der sich dann um alles kümmert. Möglich ist das mit oder ohne Anzahlung, als Voll- oder Teilfinanzierung. Feste Monatsraten veröffentlicht keine der beiden Marken pauschal, Sie bekommen sie nur über ein Händlerangebot.
Garantie und Händlernetz
Bei der Garantie hat Aixam die Nase vorn, zumindest bei Elektromodellen. Laut Aixam Deutschland gilt eine Herstellergarantie von 24 Monaten auf Fahrzeug und Arbeitszeit; Elektro-Neufahrzeuge bekommen 12 Monate Anschlussgarantie dazu, also 36 Monate. Für das Batteriepaket nennt Aixam bis zu 60 Monate. Ligier gibt 2 Jahre Herstellergarantie auf alle Fahrzeuge und bietet eine eigene Batteriegarantie an.
Beim Händlernetz ist der Vergleich schwieriger. Ligier wirbt mit mehr als 120 Händlern in ganz Deutschland. Aixam nennt nur eine europaweite Zahl, über 600 Standorte. Wie viele davon in Ihrer Region liegen, zeigt die Händlersuche auf beiden Websites. Für Wartung und Garantiefälle ist die Entfernung zur nächsten Werkstatt oft wichtiger als der Markenname.
Aixam oder Ligier: welche Marke passt zu Ihnen?
Aixam passt, wenn Sie:
- den niedrigsten Einstiegspreis suchen,
- ABS als Option wollen,
- ein Elektromodell mit längerer Garantie bevorzugen,
- eine große Auswahl an Ausstattungslinien oder einen Kastenwagen brauchen.
Ligier passt, wenn Sie:
- viel fahren und auf geringen Dieselverbrauch achten,
- beim Elektroantrieb möglichst viel Reichweite wollen,
- ein Leasing mit Kaufoption suchen.
Eine Marke, die in allem besser ist, gibt es nicht. Aixam punktet beim Preis und bei der Garantie, Ligier bei den Verbrauchs- und Reichweitenangaben. Machen Sie bei beiden eine Probefahrt und lassen Sie sich ein schriftliches Angebot mit Überführung geben, dann vergleichen Sie echte Endpreise.
Mit dem Mopedauto unterwegs: welche Straßen sind tabu?
Ob Aixam oder Ligier, die Grenze ist dieselbe. Nach § 18 StVO dürfen Autobahnen und Kraftfahrstraßen nur Fahrzeuge benutzen, die bauartbedingt mehr als 60 km/h fahren. Ein Mopedauto mit 45 km/h gehört dort nicht hin. Gewöhnliche Navi-Apps wissen das nicht und schicken Sie trotzdem auf die Kraftfahrstraße.
Genau dafür gibt es TacTac: Die App plant Routen, die für Mopedautos gesperrte Straßen auslassen, und rechnet mit 45 km/h statt mit Pkw-Tempo. Die Modelle beider Marken finden Sie auch einzeln auf unseren Seiten zu Aixam und Ligier, den direkten Modellvergleich Minauto gegen JS50 im Aixam vs Ligier Vergleich.