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Führerschein AM 2026: Kosten, Prüfung und Ausbildung

Rédaction TacTac ·
Führerschein AM 2026: Kosten, Prüfung und Ausbildung

Führerschein AM 2026: bundesweit ab 15 Jahren, 14 Doppelstunden Theorie, keine Pflichtfahrstunden, Kosten laut ADAC 500 bis 1.300 Euro. Alle Regeln.

45 km/h
Höchstgeschwindigkeit
Führerschein AM
bundesweit seit 2021
Ab 15
Mindestalter
L6e
Leichtfahrzeug

Ein Mopedauto mit 15, ein 50-ccm-Roller für den Schulweg: beides läuft in Deutschland über dieselbe Fahrerlaubnis, die Klasse AM. Hier steht, was sie erlaubt, wie Ausbildung und Prüfung ablaufen und womit Sie bei den Kosten rechnen müssen. Jede Regel ist mit dem Paragrafen belegt, aus dem sie stammt.

Das Wichtigste auf einen Blick

FrageFührerschein AM in Deutschland
FahrzeugeRoller und Mopeds L1e-B, Dreiräder L2e, Mopedautos L6e
Höchstgeschwindigkeit45 km/h
Mindestalter15 Jahre, bundesweit seit 28. Juli 2021
Mit 15nur im Inland (Schlüsselzahl 195), ab 16 auch im Ausland
Theorie14 Doppelstunden à 90 Minuten
Pflichtfahrstundenkeine
Theorieprüfung30 Fragen, höchstens 10 Fehlerpunkte
Praktische Prüfungmindestens 55 Minuten, davon 30 Minuten Fahrzeit
Kosten (ADAC, 2026)meist 500 bis 1.300 Euro
In Klasse B enthaltenja

Was darf man mit dem Führerschein AM fahren?

Die Klasse AM ist in § 6 Abs. 1 der Fahrerlaubnis-Verordnung definiert. Sie umfasst drei Fahrzeugtypen nach der EU-Verordnung 168/2013: leichte zweirädrige Kraftfahrzeuge der Klasse L1e-B (Roller und Mopeds), dreirädrige Kleinkrafträder der Klasse L2e und leichte vierrädrige Kraftfahrzeuge der Klasse L6e. Letztere sind das, was im Alltag Mopedauto oder Microcar heißt: Citroën Ami, Fiat Topolino, Aixam, Ligier und Co.

Für alle gilt eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Beim Roller begrenzt der ADAC den Verbrenner auf 50 ccm Hubraum und den Elektroantrieb auf 4 kW Dauerleistung. Schnellere Leichtkrafträder bis 125 ccm brauchen die Klasse A1.

Mopedauto ab 15: seit wann bundesweit?

Das Mindestalter steht in § 10 Abs. 1 FeV: für AM 15 Jahre. Bis zum 16. Geburtstag erhält die Fahrerlaubnis die Auflage, dass sie nur bei Fahrten im Inland gilt. Im Führerschein steht dafür die Schlüsselzahl 195. Mit dem 16. Geburtstag fällt die Auflage automatisch weg.

Bundesweit gilt diese Regel seit dem 28. Juli 2021. Damals hat Artikel 12 des Vierten Gesetzes zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes vom 12. Juli 2021 (BGBl. I S. 3091) den Paragrafen neu gefasst. Vorher lag das Mindestalter bei 16 Jahren, und nur die Länder, die eine Öffnungsklausel im Straßenverkehrsgesetz nutzten, erlaubten AM schon mit 15. Nordrhein-Westfalen tat das etwa per Landesverordnung ab dem 31. Januar 2020. Wer damals mit 15 fuhr, durfte nur in solchen Ländern fahren.

Ausbildung: wie viele Stunden sind Pflicht?

Die Fahrschüler-Ausbildungsordnung legt den Umfang fest. Nach § 4 Abs. 3 besteht der Grundstoff aus mindestens 12 Doppelstunden zu je 90 Minuten. Dazu kommt der klassenspezifische Zusatzstoff, für AM sind das laut Anlage 2.8 FahrschAusbO 2 Doppelstunden. Zusammen ergibt das 14 Doppelstunden Theorie, also 21 Stunden im Unterrichtsraum. Wer bereits eine andere Fahrerlaubnis hat, braucht nur 6 Doppelstunden Grundstoff.

In der Praxis ist die Klasse AM entspannter als der Pkw-Führerschein. Die besonderen Ausbildungsfahrten (Überland, Autobahn, Nacht) schreibt Anlage 4 nur für A1, A2, A, B und weitere Klassen vor, AM steht nicht auf der Liste. Wie viele Fahrstunden Sie brauchen, entscheidet Ihr Fahrlehrer.

Vor dem Antrag stehen zwei kurze Pflichttermine: ein Sehtest (§ 12 Abs. 2 FeV nennt AM ausdrücklich) und eine Erste-Hilfe-Schulung mit mindestens neun Unterrichtseinheiten (§ 19 FeV).

Prüfung beim TÜV oder bei der DEKRA

Abgenommen werden beide Prüfungen von einer amtlich anerkannten Prüfstelle. In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist das laut eigener Angabe die DEKRA, in den übrigen Ländern meist eine TÜV-Gesellschaft. Den Termin bucht in der Regel die Fahrschule.

Theorie. Beim Ersterwerb bekommen Sie 30 Fragen mit zusammen 110 Punkten. Mehr als 10 Fehlerpunkte, oder zwei falsch beantwortete Fragen mit fünf Punkten, bedeuten: nicht bestanden. So steht es in Anlage 7 FeV, Nr. 1.2.2. Ablegen dürfen Sie diese Prüfung frühestens drei Monate vor dem 15. Geburtstag (§ 16 Abs. 3 FeV).

Praxis. Die praktische Prüfung dauert mindestens 55 Minuten, davon 30 Minuten reine Fahrzeit, und findet überwiegend innerorts statt. Vier Grundfahraufgaben sind zu fahren, Slalom und Gefahrbremsung immer. Frühestens einen Monat vor dem 15. Geburtstag ist der Termin möglich (§ 17 Abs. 1 FeV).

Ein Detail überrascht viele Eltern: Anlage 7 Nr. 2.2.14 schreibt als Prüfungsfahrzeug für AM ein zweirädriges Kleinkraftrad mit mindestens 40 km/h vor. Auch wer später nur Mopedauto fahren will, legt die Prüfung also auf einem Roller ab.

Was kostet der Führerschein AM 2026?

Feste Preise gibt es nicht, jede Fahrschule kalkuliert selbst. Der ADAC nennt für 2026 eine Spanne von meist 500 bis 1.300 Euro und schlüsselt sie so auf:

  • Grundgebühr der Fahrschule: 100 bis 300 Euro
  • Theorie- und Fahrstunden: 200 bis 700 Euro
  • Lernmaterial oder Lern-App: etwa 50 Euro
  • Anmeldung und Abnahme beider Prüfungen: 110 bis 130 Euro
  • Sehtest und Erste-Hilfe-Kurs: 30 bis 60 Euro
  • Antrag, Foto, Ausstellung des Führerscheins: 40 bis 70 Euro

Am stärksten schwankt der Posten Fahrstunden, weil es für AM keine Mindestzahl gibt.

Führerschein AM, Mofa oder Klasse B?

Mofa-Prüfbescheinigung. Sie gilt für Mofas und zwei- oder dreirädrige Fahrzeuge bis 25 km/h (§ 4 Abs. 1 und § 5 FeV), ab 15 Jahren. Ein vierrädriges Mopedauto ist damit nicht erlaubt, auch nicht in einer gedrosselten Version. Für das Mofa gibt es einen Besitzstand: § 76 Nr. 3 FeV befreit von der Prüfung alle, die vor dem 1. April 1980 das 15. Lebensjahr vollendet haben. Für Mopedautos gibt es eine solche Befreiung nach Geburtsjahr nicht.

Klasse B. Der Pkw-Führerschein schließt AM ein (§ 6 Abs. 3 Nr. 4 FeV). Wer ihn hat, fährt Mopedauto ohne weitere Prüfung. Gleiches gilt für A1, A2 und A. Ältere Führerscheine sind ebenfalls abgedeckt: Bei der Umstellung der alten Klassen 1, 2 und 3 teilt Anlage 3 FeV jeweils auch AM zu, und laut ADAC sind die früheren Klassen M und S in AM aufgegangen.

Begleitetes Fahren ab 17. Die Begleitpflicht nach § 48a Abs. 2 FeV betrifft nur die Klassen B und BE. Wer mit 17 die Prüfung für B ablegt und noch keine AM besitzt, kann nach § 48a Abs. 3 Nr. 7 beantragen, für AM einen eigenen Führerschein zu bekommen. Das Mopedauto darf dann ohne Begleitperson gefahren werden.

Nach der Prüfung: unterwegs mit 45 km/h

Autobahnen und Kraftfahrstraßen sind für Mopedauto und Roller gesperrt: § 18 Abs. 1 StVO lässt dort nur Fahrzeuge zu, die bauartbedingt mehr als 60 km/h schaffen. TacTac berechnet Routen für Mopedauto und Roller ohne diese Straßen und mit realistischen Fahrzeiten bei 45 km/h. Welches Modell zu Ihnen passt, zeigt der Mopedauto-Vergleich, die Übersicht aller Marken und Modelle hilft bei der Auswahl, und unter Mopedauto nach Stadt finden Sie lokale Hinweise. Ob Sie den AM-Führerschein überhaupt brauchen, etwa mit einem älteren Pkw-Führerschein, klärt unsere Seite AM-Führerschein: wer ihn braucht.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter darf man ein Mopedauto fahren?

Mit 15 Jahren, sofern Sie die Fahrerlaubnis der Klasse AM besitzen. So steht es in § 10 Abs. 1 FeV, bundesweit seit dem 28. Juli 2021. Bis zum 16. Geburtstag gilt die Fahrerlaubnis nur in Deutschland (Schlüsselzahl 195).

Darf man mit dem Autoführerschein Klasse B ein Mopedauto fahren?

Die Klasse B schließt AM ein, das regelt § 6 Abs. 3 Nr. 4 FeV. Wer einen Pkw-Führerschein hat, braucht für Mopedauto und 45-km/h-Roller keine weitere Prüfung. Auch die alte Klasse 3 wird bei der Umstellung unter anderem in AM umgerechnet (Anlage 3 FeV).

Was kostet der Führerschein AM?

Der ADAC nennt für 2026 meist 500 bis 1.300 Euro. Den größten Unterschied machen Grundgebühr und Zahl der Fahrstunden; für Anmeldung und Abnahme von Theorie- und Praxisprüfung rechnet der ADAC mit 110 bis 130 Euro.

Reicht die Mofa-Prüfbescheinigung für ein Mopedauto?

Die Mofa-Prüfbescheinigung deckt nach § 4 Abs. 1 und § 5 FeV nur Mofas sowie zwei- und dreirädrige Fahrzeuge bis 25 km/h ab. Ein vierrädriges Mopedauto der Klasse L6e verlangt immer die Klasse AM oder eine höhere Klasse, die AM einschließt.

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